Home Archivo de Eventos 9.09.2023 „50 Jahre Chile-Solidarität in Freiburg“ : Workshop-Tag mit Referaten und Diskussionen

9.09.2023 „50 Jahre Chile-Solidarität in Freiburg“ : Workshop-Tag mit Referaten und Diskussionen

  • Samstag, 9. September, 10h bis 16h

  • Bewegungsraum auf dem Grethergelände, Adlerstr. 12, Freiburg

Der Putsch vor 50 Jahren ist keine abgeschlossene Geschichte. Viele Aspekte reichen bis in die Gegenwart, nicht nur in Chile, sondern global. An diesem Workshop-Tag wollen wir das in vier thematischen Blöcken diskutieren. Und um eine produktive Diskussion in Gang zu bringen, haben wir Referent:innen eingeladen, die unserer Diskussion eine Grundlage geben.

10:00h bis 11:00h: Zwischen Poder Popular und Etatismus: Widersprüche der chilenischen Linken damals und heute

Die Unidad Popular pendelte in ihrer Politik zwischen Ideen der „Poder Popular“ (wörtl. „Volksmacht“) und einem streng institutionellen Weg zum Sozialismus. Am Ende setzte sich letzterer durch, während man mit Ansätzen der Arbeiter*innenselbstverwaltung, wie etwa den Cordones industriales, die als Antwort auf den Unternehmerstreik 1972 entstanden waren, wenig anzufangen wusste.  Auch in der chilenischen Sozialrevolte im Oktober 2019 wird das Konzept von Teilen der Bewegung wieder aufgegriffen, die sich in Territorialversammlungen und Cabildos organisieren. Erneut stieß das auf wenig Gegenliebe in der institutionellen Linken. Referent: Nikolas Grimm, Redakteur bei den Blättern des iz3w

11:00h bis 11:15h: Kaffeepause

11:15 bis 12:15: Autoritärer Staat und neoliberale Politik: Chile als Blaupause für den neoliberalen Angriff auf den Sozialstaat

Dass der sogenannte „freie Westen“ die Machtergreifung autoritäre Regime in den Staaten der sogenannten „Dritten Welt“ unterstützte, wenn diese sich nur einer anti-sozialistischen Agenda verschrieben, war 1973 nichts Neues. Neu in Chile unter Pinochet war aber, dass nicht nur die sozialistische Opposition mit Terror überzogen wurde, sondern hier erstmals die Doktrinen des sogenannten Neoliberalismus in die Praxis umgesetzt wurden. Die Bedeutung des chilenischen „Experiments“ reichte deshalb weit über Chile hinaus. Referent: Thomas Biebricher, Professor für Politikwissenschaft an der Uni Frankfurt

12:15 bis 13:45: Mittagspause

In der Mittagspause versorgt uns der lateinamerikanische Kulturverein La Tertulia e.V. mit Essen.

13:45 bis 14:45: Fortschreibung des kolonialen Unrechts: Die Unterdrückung und Enteignung der Mapuche

Große Teile der indigenen Bevölkerung Chiles, der Mapuche, schlossen sich der Unidad Popular an. Sie erhofften sich, dass eine Regierung Allende zumindest einen Teil des kolonialen Unrechts rückgängig machen würde. Und in der Tat: Großgrundbesitzer wurden enteignet und Land an die Mapuche zurückgegeben. Doch mit dem Putsch wurde alles wieder zunichte gemacht. Die Landzuteilung wurde zurückgedreht, bis heute kämpfen die Mapuche um ihre Rechte und ihr Land. Referent: Nicolas Garcia

14:45h bis 15:00h: Kaffeepause

15:00h bis 16:00h: Frauen in Chile: Vom „Marsch der leeren Töpfe“ zum „feministischen Verfassungsentwurf“

Die Geschichte feministischer Politik in Chile ist widersprüchlich: Heute ist eine starke feministische Bewegung in Chile aktiv, die die Proteste von 2019/20 und den (abgelehnten) Verfassungsentwurf von 2021 entscheidend mitgeprägt hat. Das war Anfang der 70er Jahre noch anders: Unter Allende gingen Frauen 1971 im „Marsch der leeren Töpfe“ auf die Straße, um gegen die sozialistische Regierung zu protestieren. Was hat sich seit den frühen 70er Jahren in Chile verändert? Und wo steht die feministische Bewegung in Chile heute? Referentinnen: Dianela Arroyo Fernández, Migrant_innenbeirat Stadt Freiburg und Andrea Lagos, Schauspielerin und Tänzerin.

Datum

09 Sep 2023
Vorbei!

Uhrzeit

10:00 - 17:00

Lokale Uhrzeit

  • Zeitzone: Asia/Hong_Kong
  • Datum: 09 Sep 2023
  • Zeit: 16:00 - 23:00

Veranstaltungsort

Grethergelände
Adlerstr. 12, Freiburg

Kategorien